Stillberatung? Braucht man das wirklich?

Ich habe zwei Kinder gestillt. Doch wenn man einmal gestillt hat bedeutet es nicht, dass es immer wieder klappt.

2014 kam meine Tochter zur Welt. Die Stillzeit dauerte knapp 18 Monate bis sie sich abgestillt hatte. Eine tolle, schöne und unbeschreiblich emotionale Zeit. Eine Zeit die nur Mami und ihr gehörte.

Natürlich gab es nicht nur Höhen. Nein! Es gab auch einige Tiefen. Momente, wo ich einfach aufhören wollte. Zeiten mit Schmerzen und Tränen. Doch letzendlich habe ich uns Zeit gegeben – die ich auch mit einem Kind hatte.

2017 kam mein kleiner Mann zur Welt. Ich habe mich sehr auf die Stillzeit gefreut, denn schließlich wusste ich wie es geht bzw. das es klappt.

Doch es sollte alles anders werden. Mein Körper hat es gut gemeint – zu gut. Ich hatte einfach zu viel Milch für den kleinen Mann.

Es kam der erste Stillstreik und die ersten schmerzhaften Milchstaus. Das stillen war für den kleinen Mann und für mich keine ruhige Zeit. Meine Hebamme zeigte mir Tricks, ermutigte mich und strich meine prall-gefüllte Brust aus während mir die Tränen liefen. Mein kleiner Mann hatte Probleme – Mami hatte Probleme. Daher holte ich mir Hilfe bei einer extra ausgebildeten Stillberaterin.

Die kleinen Menschen müssen lernen an der Brust zu trinken und lernen diese auch richtig zu entleeren. Durch die hohe Menge an Milch hat mein kleiner Mann nicht lernen können richtig zu trinken. Mein Körper gab ihm ohne sich anstrengen zu müssen diese. Nachteil jedoch war, dass auch sein Bedürfnis nach beruhigen, kuscheln und nuckeln nicht gestillt wurde. Selbst wenn er nur meine Nähe an der Brust suchte – um sein Saugbedürfnis nachzugehen – kam Milch. Doch er hatte nicht unbedingt Hunger und mein Körper hatte ein sehr hohen Milchspendereflex.

Resultat: Frustration meiner Brust.

Durch die nicht richtig entleerten Brüste folgte ein Milchstau dem Anderen. Ich fühlte mich schlecht – sehr schlecht und war froh eine Stillberatung an meiner Seite zu haben. Letzendlich habe ich nichts falsch gemacht. Die Natur hat es gut gemeint mit uns. Doch heute weiß ich (nicht nur weil ich mich mit dem Thema beschäftige), dass wir Zeit gebraucht hätten – doch ich gab uns nicht die Zeit. Suchte mir Ausreden und konnte die Große schließlich nicht außer acht lassen. Es tat mir weh den kleinen Mann zu sehen wie er sich in der Nähe der Brust unwohl fühlte und hatte die Angst unsere Beziehung geht kaputt.

Was ich eigentlich sagen möchte ist, Stillen ist normal und gehört zum Leben dazu. Auch bei Problemen (mit Ausnahmen) gibt es Wege. Doch manchmal benötigt man jemanden, der dir den Weg zeigt und auch mit dir geht.

Ich befinde mich in Ausbildung zur ehrenamtlichen Stillberaterin. Ja! Ehrenamtlich und ohne finanzielle Gegenleistung möchte ich Mamis beim Stillen begleiten und bei Problemen Hilfestellung geben.

Bei meinen eigenen Stillschwierigkeiten hatte ich Geld für die Beratung zahlen müssen (die anteilige durch meine Krankenkasse übernommen wurden). Nicht jede Mami hat diese finanziellen Mittel. Da stillen jedem möglich sein sollte und oft das Abstillen als einzige Lösung gesehen wird, habe ich mich für die Ausbildung entschieden.


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