Traurig… Einfach nur traurig wie die Industrie die Eltern mit so etwas verunsichern!

Ich bin Mama von zwei Kindern. Zwei Kindern, die unterschiedlich an die Muttermilchentwöhnung herangeführt wurden.

2014 – wir waren bei einer der „tollen“ U – Untersuchungen beim Kinderarzt. Unser Kinderarzt war schon MEIN Arzt aus Kindertagen. „So, die kleine ist nun 4 Monate alt, du kannst jetzt mit Brei anfangen. Kleiner Tipp; nimm die leckeren Fruchtgläser. Die schmecken besser – und du kannst den Rest aufessen“
Naja, als Mama vom ersten Kind vertraut man einem Fachmensch mit jahrelanger Berufserfahrung. Im selben Jahr ist der Arzt auch in den verdienten Ruhestand gegangen.

ALSO gab es was „leckeres“ Süßes für die kleine Maus.
Es folgten problematische Fütterungsmomente. Gemüse war auch nicht der Hit – süßes Obst ist schließlich bevorzugt worden.

Naja! Ich habe mich durch zich Gläsern mit ihr probiert und habe mir sogar einen Dampfgarrer zugelegt. Stand stundenlang in der Küche und Resultat war ein voller und unberührter Teller der Tochter.
Heute wird sie 5 Jahre alt und isst tatsächlich was anderes außer Nudeln und Obst.

2017, unser zweites Kind ist geboren. Es sollte diesmal mit der Beikosteinführung „besser“ laufen. Natürlich schwebte der Beikostfahrplan in meinem Kopf: Anfangen mit Möhre, Zuccini, Kürbis oder Pastinake. Es sind saisonale Sorten und Gemüse ist bekanntlich gesund.
Hmmm… Also ich bin auf den Markt gegangen und kaufte für den 1. Brei Pastinake. Ich merke hier, dass dieses Gemüse noch nie auf meinem Speiseplan stand.
Nachdem ich die Verarbeitungsanleitung nachgeschlagen habe, ging es an den Herd – an den Kochtopf und Pürierstab.
Ihr werdet es nicht glauben, doch weder die Große, noch der kleine Mann haben den mühsam zubereiteten Brei gegessen. Der kleine Mann wollte nie das, was püriert in seiner Schale war, essen. Klar ging der Mund auf, es landete auch sicherlich etwas im Magen, aber spätestens beim 3. Löffel drehte er den Kopf zur Seite. Alles was auf dem Teller von Mama, Papa und der großen Schwester war, wollte er. Kann man denn einfach einem kleinem Baby ohne Zähne etwas anderes geben außer Brei?

JA!!!!!!

Und warum?

Ich habe mich nicht getraut meinem kleinen zahnlosen Mann etwas anderes als Brei zu geben, obwohl ich doch schon ein Kind habe. Doch der Wille vom kleinen Entdecker war größer. Und siehe da: er war hoch erfreut und glücklich mit dem, wawas in der Hand war, was er matschen und sich selbst in den Mund führen konnte. Die Tage nach den Brokkoliröschen verbrachte ich mit BLW . Ich laß, informierte mich bei anderen Mamis und fing an nicht mehr extra zu kochen. Es wurde einfach vom Familientisch gegessen. Es wurde nur das Essen in handgerechte Stücken geschnitten und angeboten. Babygeleitete Beikost bedeutet nicht auf Brei komplett zu verzichten und auch nicht, dem Baby mit dem Löffel nicht zu füttern. Es gibt einen großen Unterschied bei Brei füttern und Brei anreichen. Das Baby entscheidet die Menge!

Heute war ich nach langer Zeit in einer Drogeriekette (unbezahlte Werbung) und war erschrocken, was ich an Auswahl von Gläschen vorfand. Ordentlich sortiert nach Altersgruppen getrennt. Nach dem 4. Monat war für mich unverständlich viel an Auswahl. Wie soll denn eine frisch gebackene Mami mit dem Papi zusammen, DAS richtige Gläschen für den ersten Löffel finden?

Danke an die Industrieketten für die tolle Auswahl an bunt bedruckten Gläschen mit „empfohlenem“ Inhalt. Doch eins ist mir bewusst. Alles was mit „Limit Edition“ , „für kurze Zeit“ oder „Neue Rezeptur“ gekennzeichnet ist, ist nichts als Werbung und Geldmacherei.

Liebe Eltern; Lasst euch nicht verunsichern beim Einkaufen und bei der Essenswahl. Ihr entscheidet! Was gut für euch ist, ist auch gut für euer Kind.

Es gibt nur ein paar bestimmte Lebensmittel, die tatsächlich nicht für den kleinen Babymagen bestimmt sind, doch es gibt definitiv mehr an Sachen, die gut sind. Und dafür stehe ich auch nicht mit meinem Namen 😉

Ich verurteile keine Eltern, die sich an den Breifahrplan halten und dem eigenem Schützling mit einem Löffel füttert. Ich habe beide Erfahrungen gemacht und kann empfehlen sich nicht verrückt zu machen.

Dein Kind zeigt dir den Weg den er mit dir gehen möchte!

Kategorien: Blog-Mami-sein

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