Was muss ich bei einer Tragehilfe beachten?

Die 6 „Regeln“ für ein angenehmes Tragegefühl

Sorge dafür, dass kein Stoff das Gesicht deines Kindes bedeckt und stelle so sicher, dass die Atemwege frei sind. Das Baby darf nicht in sich zusammensacken und in der Trage verschwinden.

Das Kinn deines Babys darf nicht auf seiner Brust aufliegen. Am besten ist immer mindestens ein Finger „Luft“ unter Babys Kinn. Wenn das Kinn des Babys auf seiner Brust liegt, kann seine Atmung behindert werden.

Kopf-Kuss-Höhe beim vorne-Tragen

Trage dein Kind auf der richtigen Höhe vor deinem Bauch. Wenn du deinem Kind ganz bequem einen Kuss auf den Kopf geben kannst, ist es optimal! Ein weiterer Tipp ist die Ohr-Herz-Höhe. Das Köpfchen liegt auf deiner Brust und dein Tragling kann dein Herzklopfen hören.
Die Kopfkusshöhe ist besonders für die erste Zeit wichtig, denn so ist der Kopf deines Babys hoch genug, um freie Atemwege zu haben. Nur mit Blickrichtung zu dir kannst du das Gesicht deines Kindes immer im Blick haben: denn der Kopf, die Nase und der Mund sollten stehts frei sein.

Sitzt das Köpfchen zu hoch, kannst du mit deinem Kinn gegen den Kopf deines Traglings stoßen.

Diese optimale Position ist auch ist es ein Richtwert, bei dem der Tragekomfort bei den meisten Tragenden besonders hoch ist. Je höher der Körperschwerpunkt deines Kindes, desto besser ist das für deine eigene Haltung. Denn der Schwerpunkt ist so für deinen Rücken am besten.

Größere Kinder lassen sich besser auf dem Rücken tragen, das ist auch für dich die schonendste Trageweise je schwerer dein Kind wird.

Nach vorne gerichtete Traglinge befinden sich nicht in der anatomisch richtige Position (Anhock-Spreiz-Haltung). Der Rücken geriet in ein Hohlkreuz und ist nicht gerundet.

Trage dein Baby immer aufrecht. Nur in der aufrechten Trageposition ist eine ausreichende Stützung gewährleistet sowie erhält dein Tragling nicht ausreichende Sauerstoff.

Jedes Baby (Tragling) sollte in den ersten Wochen eng an deinem Körper anliegen, denn so ist es sicher in der Trage und kann nicht herausrutschen. 

Achte darauf, dass dein Baby immer gut gestützt ist währenddessen du es trägst, so verhinderst du das Zusammensacken. Sollte dir auffallen, dass der Rücken deines Babys besonders rund aussieht oder zur Seite gekrümmt ist, richte es direkt auf und straffe Tragehilfe bzw. -tuch gewissenhaft nach. Sackt der Kopf deines Babys auf den Brustkorb, drücken bis zu 25% seines Gesamtgewichtes darauf und erschweren so die Atmung enorm. Werden Rücken und Nacken beim Tragen gut gestützt, verhinderst du automatisch, dass dies passiert.

Es ist nicht nur für den Tragling wichtig, sondern auch für dich als Tragende bequemer. Trau dich ruhig!

Gerundeter Rücken:

Der Rücken deines Babys sollte vom Tuch oder Tragehilfe immer gut gestützt werden.

Im Mutterleib hat das Baby einen vollkommen gerundeten Rücken – erst im Laufe des ersten Lebensjahres streckt sich dieser. Damit die Umstellung so sanft wie möglich geschieht, sollte die natürliche Rundung des Babyrückens besonders in den ersten Lebensmonaten unterstützt werden.

Anhock-Spreiz-Haltung:

Die Beine sind angehockt, die Knie auf Nabelhöhe und die Oberschenkel leicht abgespreizt.

  • M – Position

Anhock: Die Beine des Babys sind angezogen, so dass die Knie oberhalb der Hüfte, etwa auf Höhe des Nabels liegen.

Spreiz: Die Oberschenkel sind zur Seite um 90° abgespreizt und geben der Hüfte so viel Raum.

Die Hüfte kippt nach vorne. Durch diese Haltung werden alle Bereiche der Hüftgelenkspfannen ausreichend und gleichmäßig belastet. Hüftgelenke und Knorpel können sich optimal ausbilden. Zudem wird die Wirbelsäule unterstützt und die noch schwachen Muskeln können sich entwickeln. Die Bandscheiben werden ausgeprägt und die Wirbelsäule wächst von der Ursprungsform „C“-Wirbelsäule in die doppelte „S“-Form

Der Stoff unterhalb vom Po (Steg), sollte stets von Kniekehle zu Kniekehle eingestellt sein. Werden die Beine vom Po bis zu den Kniekehlen gestützt, ist es für den Tragling am optimalsten.

Ist der Steg zu schmal,  kann die Tragehilfe bzw. das Tragetuch kneifen, die Ränder schneiden ein und die Beine fangen an zu kribbeln (Staubildung der Durchblutung). Der Tragling „rutscht“ aus der Anhock-Spreiz-Haltung und die Beine geraten in eine hängende Position.

Ist die Auflagefläche zu lang, werden die Beine überspreizt oder der Tragling geriet förmlich in einen Spagat.

Fazit: Da die kleinen Traglinge wachsen, sollte auch der Steg entsprechend mitwachsen. Dies gilt auch für die Rückenpartie.