Was ist Tragen und wieso berate ich dich gerne in dem Bereich?!

Meine Ausbildung zur Trageberaterin habe ich im März 2018 an der Trageschule Hamburg ® gemacht.

Mein Schwerpunkt liegt bei den Tragehilfen.

Das Erläutern und Erklären von Bindetechniken für Tragetücher ist nach Absprache selbstverständlich auch möglich.

Als Mami von zwei Traglingen habe ich die Vorteile vom Tragen lieben und schätzen gelernt.

Tragen bedeutet für mich nicht nur Nähe und Liebe, sondern auch was es bedeutet unabhängig zu sein. Mit der Geburt der Kleinen verändert sich das Leben schlagartig und mit einmal ist man nicht mehr alleine.

Der Alltag muss mit den kleinen Schützling neu erlernt und auch geplant werden. Mit der Trage konnte ich trotzdem ein Teil vor der Zeit als Mami sein zurück gewinnen. Angekuschlt an meinem Körper schlief es sich deutlich besser. Ein zufriedenes ruhiges Baby ließ mir auch die Zeit für Haushalt oder Zeit für die große Schwester zu.

Es ist seit der Ausbildung auch tatsächlich so, dass ich nicht nur aus Sicht einer Mami gerne auf eine Trage zurück greife, sondern verstehe auch den Hintergrund der Bedürfnisse von unseren Babys.

Neben den körperlichen Grundbedürfnissen wie Nahrung, Schlaf und Bewegung, spielt die körperliche Sicherheit in Form von Nähe, Liebe und Geborgenheit auch zu den Bedürfnissen eines jeden.

Jede regelmäßige und intensive Berührung und Körperkontakt tragen zur Entwicklung von den Kleinen bei.
– Ein kleiner Test für dich: gehe zu deinem Freund/Mann und nehme ihn bewusst 20 Sekunden in den Arm. Ihr tankt neue Energie und werdet euch glücklich fühlen.

Für das Wohlbefinden spielt jede Art von Berührung eine zentrale Bedeutun. Hat jemand Kummer oder hat sich Verletzt, beruhigen Umarmungen oder Hände den Schmerz.

Und ein ganz ganz wichter Punkt: Du kannst ein kleines Baby nicht mit Liebe und Nähe verwöhnen.

Einen ganz tollen Artikel habe ich vom 07.02.2013 von Jenni Zwick, t-online.de gelesen.

Ich zitiere einige tolle Textausschnitte:

„…. In den ersten Monaten eines Menschen wird das „Ur-Geborgenheitsgefühl“ geschaffen und das kann nicht groß genug sein, um ein erfülltes und erfolgreiches Leben zu führen. Das Baby lernt „Mama und Papa sind da, wenn ich sie brauche – ich bin nicht allein“ und bekommt so einen wertvollen Schatz für die weitere Entwicklung mit. Durch die Geborgenheit und die Sicherheit entwickelt es sich zu einer stabilen Persönlichkeit, die mit Krisen in der Regel gut umgehen kann und eine positive Lebenseinstellung hat….“

„…. Damit Vertrauen und Bindung entstehen können, müssen einige Bedingungen erfüllt sein:… Auf die Bedürfnisse des Babys sollte unverzüglich und einfühlsam eingegangen werden. Dabei ist es nicht wichtig, dass Mama, Papa oder Oma sofort wissen, weshalb das Baby gerade schreit und dementsprechend reagieren. Die Zuwendung und der Versuch, das jeweilige Bedürfnis zu stillen, schafft schon Vertrauen. Die Betreuungsperson zeigt dem Baby durch eine schnelle Reaktion auf das Schreien, dass sie sich bemüht herauszufinden, was es gerade braucht. Dadurch fühlt sich das Baby ernst genommen. Muss das Baby mit langem Schreien um die Hilfe und die Aufmerksamkeit kämpfen, erfährt es, dass seine Bedürfnisse nicht wichtig sind. Es wird keine Selbstachtung lernen und sich nicht in „seiner Haut“ wohl fühlen….“

Was ist ein Tragling?

In der Biologie wird der Nachwuchs verschiedener Tierarten in Nestflüchter, Nesthocker und Traglinge eingeteilt.

Nestflüchter

  • Miniaturausgaben der Elterntiere
  • Sind nach der Geburt auf sich selbst angewiesen
  • Werden von der Muttertier (Säugling) versorgt

Nestflüchter sind von Geburt an in der Lage, mit ihren Eltern Schritt zu halten.

Nesthocker

  • meist nackt und haben geschlossene Augen
  • unselbständig und oft alleine
  • Werden im Nest versorgt

Nesthocker werden im Gegensatz zum Menschennachwuchs mit geschlossenen Augen und Gehörgängen geboren

Tragling

  • Trotz Palma-Reflex -Handgreifreflex kann sich ein Mensch nicht selbstständig festhalten. (Passiver Tragling)
  • Keine Selbstversorgung ab Geburt. Kann nicht alleine gelassen werden (Kontaktweinen)
  • Lernt mit wachsenden Fähigkeiten die Selbstständigkeit
  • Klammer-Reflex / Moro-Reflex um sich bei der Bezugsperson zu klammern
  • Spreiz-Anhock-Reaktion (ASH) beim Hochheben

Wahrnehmung der Sinne

Das Kind lernt sein Taktiles System und Sinn kennen, indem er seine eigenen Körpergrenzen fühlt. Durch die Bewegung im Tragetuch oder in der Tragehilfe kommt es der wie im Mutterleib nahe – Wahrnehmung des Kinaesthetisches System sowie Vestibuläres System.

Die Nähe und Wärme von Mama sind alle Fernsinne aktiviert – auditiv, gustatorisch, olfaktorisch und visuelles System

Körpersinne

  • Taktil – Wahrnehmung der eigene Körpergrenzen
  • Viszeral – Wahrnehmung der innere Organe
  • Kinaesthetisch – Wahrnehmung der Position der Gelenke und der Bewegung
  • Vestibulär – Wahrnehmung vom Gleichgewicht, Bewegung, Schwerkraft

Fernsinne

  • Auditiv – hören
  • Gustatorisch – schmecken
  • Olfaktorisch – riechen
  • Taktil – fühlen
  • Visuell – sehen

Zusammenfassung

Tragen ist …

  • beruhigend und entspannend das Baby
  • Bietet Nähe, Geborgenheit und Wärme
  • praktisch
  • Flexibel und schnell einsetzbar
  • Natürlich / ein Urinstinkt
  • Regt die Sinne an
  • Fördert die Entwicklung des Babys
  • Fördert die Bindung
  • gesund für den Rücken und die Hüftgelenke des Babys
  • Durch das Tragen kann ich nicht mein Baby verwöhnen, sondern baue die Bindung auf
  • Das Menschkind ist evolutionär ein Tragling und benötigt besonders im 1. Lebensjahr den direkten Körperkontakt

  • Durch das Tragen geht man dem natürlichen Bedürfnis (Urinstinkt) nach Nähe, Geborgenheit und Körperkontakt nach.

  • Ist mein Baby bei mir, kann ich auf sein Wohlbefinden eingehen  (z.B. vermindert das Schreien und Weinen nach Nähe)
  • Durch Tragen wird das Kontaktbedürfnis gestillt
  • Durchs Tragen werden alle Sinne angesprochen
  • Tragen unterstützt die natürliche Entwicklung von Geist und Körper